Maria Lichtmess – Wenn das Licht zurückkehrt
Maria Lichtmess, gefeiert am 2. Februar, markiert einen stillen, aber kraftvollen Wendepunkt im Jahreskreis. In Österreich und weiten Teilen Europas galt dieser Tag über Jahrhunderte als Ende der dunklen Zeit und als Beginn des neuen Arbeits- und Naturjahres. Auch in der Volksheilkunde und im bäuerlichen Brauchtum hatte Lichtmess eine besondere Bedeutung.
🌱 Ein Tag des Übergangs
Lichtmess liegt genau zwischen Wintersonnenwende und Frühlingsbeginn. Die Tage werden spürbar länger, das Licht gewinnt an Kraft. Früher hieß es: „Zu Lichtmess bei Tag zu Nacht ess“ – ein Hinweis darauf, dass das Tageslicht nun wieder deutlich zunimmt.
Dieser Übergang wurde bewusst wahrgenommen: Man beendete die Winterruhe und bereitete sich innerlich wie äußerlich auf das kommende Jahr vor.
🕯️ Kerzen, Licht und Schutz
Namensgebend für Maria Lichtmess ist die Kerzenweihe. Kerzen galten als Träger von Licht, Wärme und Schutz. Gesegnete Kerzen wurden im Jahresverlauf entzündet:
- bei Krankheit,
- bei Unwettern,
- in Zeiten von Angst oder Unsicherheit.
In der Volksvorstellung spendete das Licht nicht nur Helligkeit, sondern Ordnung, Trost und Zuversicht – für Haus, Hof und Herz.
🌿 Volksheilkundliche Bedeutung
In der Volksheilkunde markiert Lichtmess den Moment, in dem der Körper langsam wieder „nach außen“ arbeiten darf:
- Die Zeit der reinen Ruhe geht zu Ende.
- Erste Reinigungs- und Stärkungsimpulse werden gesetzt.
- Bitterstoffe, Wurzeln und wärmende Kräuter begleiten diesen Übergang.
Es war üblich, zu Lichtmess die Hausapotheke zu überprüfen, Vorräte zu ordnen und sich bewusst auf den kommenden Jahresabschnitt einzustimmen.
🔥 Räuchern & Loslassen
In vielen Regionen wurde rund um Lichtmess nochmals geräuchert – nicht laut und spektakulär, sondern ruhig und bewusst.
Das Räuchern diente dazu,
- Altes endgültig abzuschließen,
- Häuser energetisch zu klären,
- Platz für Neues zu schaffen.
Diese Rituale waren weniger magisch als vielmehr achtsam – ein Innehalten zwischen Winter und Neubeginn.
🌼 Ein stilles Neujahr der Natur
Während unser modernes Neujahr laut und schnell beginnt, ist Lichtmess ein leiser Jahresanfang.
Die Natur zeigt erste Zeichen: Hasel und Erle bereiten sich auf die Blüte vor, Tiere werden aktiver, das Licht verändert sich. Auch wir dürfen wieder vorsichtig nach vorne blicken – ohne Eile.
Maria Lichtmess erinnert uns daran, dass jeder Neubeginn Zeit braucht.
Nicht mit einem großen Schritt, sondern mit einem kleinen Licht.
Es ist ein Fest der Hoffnung, der Ordnung und der inneren Ausrichtung – tief verwurzelt im europäischen Brauchtum und bis heute spürbar wirksam.
🕯️ Ein Tag, der uns einlädt, das Licht nicht nur draußen, sondern auch in uns selbst wahrzunehmen. 🌿



