Die Engelwurz – Die lichtvolle Wächterin für Körper und Seele
Die Engelwurz (Angelica archangelica), auch Erzengelwurz genannt, ist eine der majestätischsten Erscheinungen in der Welt der Heilpflanzen. Schon vor hunderten von Jahren schrieb der berühmte Arzt Culpeper, man müsse sie eigentlich nicht beschreiben, da sie jeder kenne – heute jedoch muss man den imposanten Pflanzenriesen, der bis zu zwei Meter hoch werden kann, oft schon suchen. In der Volksheilkunde gilt sie als wahre „Allheilerin“, deren Wert kaum hoch genug eingeschätzt werden kann.
Die „Theriakwurz“: Ein Schutzschild für die Gesundheit
Früher nannte man die Engelwurz oft „Theriakwurz“, da sie Bestandteil fast jedes lebensverlängernden Elixiers, jedes Likörs und jeder Tinktur war. Paracelsus selbst bezeichnete ihren Saft als die höchste Arznei von allen.
Ihre Wirkkraft ist besonders im Bereich der Verdauung und des Immunsystems bemerkenswert:
- Verdauungshilfe: Als „Amara aromatica“ (bitter-aromatische Pflanze) regt sie den Magensaft, die Darmtätigkeit und die Bauchspeicheldrüse an. Sie hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Magen-Darm-Geschwüren.
- Immunschutz: Die Engelwurz wird als kraftvoller Schutzschild gegen Viren geschätzt. Schon in der Pestzeit nutzten die Menschen sie, um sich vor Ansteckung zu schützen.
- Kräftigung: Sie wirkt allgemein vitalisierend, blutbildend und hilft bei Erschöpfung sowie Blutarmut.
Die Lichtbringerin: Hilfe bei Angst und Mutlosigkeit
In vielen Regionen trägt die Pflanze den Beinamen „Angstwurz“. Ihre mächtigen Blütenstände, die entschlossen der Sonne entgegenstreben, symbolisieren das Selbstbewusstsein und die nervenstärkende Kraft, die in ihrer gigantischen Wurzel steckt.
In der Volksmagie und beim Räuchern gilt sie als die große Lichtbringerin. Sie hilft dabei, das „Licht im eigenen Leben“ wiederzuerkennen und umhüllt uns mit einem schützenden Lichtmantel, der dunkle Gedanken vertreibt. Ihre Samen und Blüten gelten sogar als sanfte pflanzliche Antidepressiva, die Vertrauen und Großzügigkeit fördern.
Verwendung in der Hausapotheke
In der modernen Kräuterkunde wird vor allem die Wurzel verwendet, die im Winter oder im zeitigen Frühjahr gegraben wird. Sie verströmt einen angenehmen, würzigen Duft, der an Sellerie erinnert.
- Tee: In Scheiben geschnitten und getrocknet ist sie eine Wohltat für den Magen.
- Bitterlikör: Ein traditionelles Rezept gegen Brust- und Verdauungsbeschwerden mischt Engelwurzwurzel mit Bibernelle, Enzian, Alant und Gewürzen wie Fenchel und Anis in hochprozentigem Alkohol.
- Räuchern: Zur energetischen Reinigung von Häusern führt der Rauch der Engelwurz „verlorene Seelen“ zum Licht und klärt die Atmosphäre.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Engelwurz kann leicht mit dem hochgiftigen Schierling verwechselt werden. Beim Sammeln in der freien Natur ist daher absolute Sicherheit bei der Bestimmung oder der Anbau im eigenen Garten ratsam.
Erkenne mit der Unterstützung dieser Lichtbringerin wieder die hellen Seiten deines Alltags und finde zu innerer Klarheit.


